Wir kennen den Zustand unserer Bausubstanz nicht genau

Das Dach ist von 1978, der Keller feucht, die Leitungen irgendwo dazwischen. Jede Sanierung beginnt mit einer Überraschung — und jede Überraschung mit einem Nachtrag.

Typisch für: Familienbetriebe in dritter oder vierter Generation · Häuser mit Bauteilen aus mehreren Jahrzehnten · Betriebe vor Übergabe, Erweiterung oder Finanzierung

Dokumentiert von Hospis

Stand: 9. September 2026

Woran du es erkennst

  • Aktuelle Bestandspläne, die mit dem Gebäude übereinstimmen, gibt es nicht oder nur für Teile
  • Die letzte systematische Begutachtung von Dach, Fassade, Tragwerk und Leitungen liegt mehr als zehn Jahre zurück oder hat nie stattgefunden
  • Bei den letzten Umbauten gab es unerwartete Funde, die Zeit und Budget gekostet haben
  • Feuchtigkeit, Risse oder Setzungen werden beobachtet, aber nicht dokumentiert
  • Es gibt keinen Instandhaltungsplan mit Prioritäten und Zeithorizont
  • Bei Bank, Versicherung oder Übergabe fehlt ein belastbarer Nachweis zum Gebäudezustand

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Nimmt gewachsene Häuser vor Ort auf, liest Schäden und Bauteile und macht daraus Pläne und Prioritäten — bevor über Sanierung oder Erweiterung entschieden wird.

Zugeordnet zu Ursachenfeld
Es gibt keine verlässlichen PläneSchäden werden beobachtet, nicht gelesenInstandhaltung ist ReaktionDer Zustand ist nicht belegbar
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Ursachenfelder — und wie man sie auseinanderhält

Unbekannte Bausubstanz ist kein Versäumnis, sondern der Normalfall in gewachsenen Häusern. Riskant wird sie erst, wenn Entscheidungen — Sanierung, Erweiterung, Übergabe — auf Annahmen statt auf Wissen getroffen werden.

Diese Felder sind vollständig, und viele Häuser kommen damit allein weiter — dafür ist die Seite da. Was es kostet, steht nur nicht auf einer Rechnung: interne Stunden, ein paar Anläufe, und eine Saison, die währenddessen weiterläuft.

01

Es gibt keine verlässlichen Pläne

Woran du sie erkennst

Die Einreichpläne von damals zeigen, was genehmigt wurde — nicht, was gebaut wurde. Jeder Umbau seither hat Wände versetzt, Leitungen verlegt und nichts dokumentiert. Das Gebäude kennt nur, wer es gebaut hat.

Der Weg raus

Eine Bestandsaufnahme, die das Gebäude so zeichnet, wie es ist: Grundrisse, Tragwerk, Leitungsführung, Bauteilalter. Das ist die Grundlage für jede weitere Planung — und spart bei der nächsten Sanierung mehr, als sie kostet.

02

Schäden werden beobachtet, nicht gelesen

Woran du sie erkennst

Der Riss im Stiegenhaus ist seit Jahren da. Der Keller war schon immer feucht. Der Balkon wackelt ein bisschen. Jeder im Haus kennt die Stellen — niemand weiß, ob sie harmlos sind oder das Ende einer Frist.

Der Weg raus

Einmal jemanden durch das Haus führen, der Schäden lesen kann: was ist kosmetisch, was ist Bewegung, was braucht Handeln. Daraus entsteht eine Liste mit Dringlichkeit — und Ruhe bei den Punkten, die keine haben.

03

Instandhaltung ist Reaktion

Woran du sie erkennst

Repariert wird, was ausfällt. Das Dach bekommt Aufmerksamkeit, wenn es tropft, die Fassade, wenn Putz fällt. Jeder Eingriff ist ein Notfall zum höchsten Preis und zur schlechtesten Zeit — meist in der Saison.

Der Weg raus

Ein Instandhaltungsplan über zehn Jahre: Bauteil, Zustand, Restdauer, Maßnahme, Jahr. Er macht aus Notfällen Termine in der Zwischensaison und aus Überraschungen Budgetposten.

04

Der Zustand ist nicht belegbar

Woran du sie erkennst

Die Bank fragt vor der Finanzierung, die Versicherung nach dem Schaden, die nächste Generation vor der Übernahme. Die Antwort „eigentlich ganz gut“ reicht keinem von ihnen.

Der Weg raus

Ein dokumentierter Gebäudezustand mit Plänen, Befund und Plan ist ein Vermögenswert — bei jeder Finanzierung, jeder Übergabe und jedem Gespräch über die Zukunft des Hauses.

Häufige Fragen

Was kostet eine Bestandsaufnahme?
Das hängt von Größe und Zustand der Unterlagen ab. Sie ist fast immer ein Bruchteil dessen, was ein einziger unerwarteter Fund während einer Sanierung kostet.
Brauchen wir einen Statiker oder einen Architekten?
Beides, in der richtigen Reihenfolge. Der Architekt liest das Haus als Ganzes und holt den Statiker dort dazu, wo es nötig ist. Die Diagnose klärt, wo das ist.
Wir planen ohnehin einen Umbau — reicht das nicht?
Gerade dann sollte die Bestandsaufnahme vorher passieren. Sie entscheidet darüber, ob der Umbau im Budget bleibt oder zur Sanierung wird.

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