Unsere Flächen sind ineffizient genutzt

Der Seminarraum wird zehnmal im Jahr gebraucht, das Lager ist zu klein, und der schönste Raum im Haus ist ein Durchgang. Das Gebäude ist groß — nur nicht dort, wo es zählt.

Typisch für: gewachsene Häuser mit Zubauten aus mehreren Jahrzehnten · Betriebe, deren Konzept sich geändert hat, deren Grundriss aber nicht · Häuser vor einer Erweiterung, die eigentlich eine Umnutzung bräuchten

Dokumentiert von Hospis

Stand: 9. September 2026

Woran du es erkennst

  • Es gibt Räume im Haus, die weniger als die Hälfte der Saison genutzt werden
  • Zimmerkategorien, Spa oder Restaurant sind zu klein, während Nebenflächen zu groß sind
  • Der Grundriss stammt aus einer Zeit mit anderem Konzept — Halbpension, andere Gästezahl, andere Erwartung
  • Die Diskussion dreht sich um Anbau oder Neubau, nicht um Umnutzung
  • Es gibt keine Aufstellung, welche Fläche welchen Umsatz oder Nutzen bringt
  • Personal- und Lagerflächen liegen dort, wo eigentlich Gastflächen sein müssten — oder umgekehrt

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Liest den Bestand vom heutigen Konzept aus: welche Flächen das Haus braucht, was das Gebäude hergibt, und wie Umnutzung und Etappen zusammenpassen — bevor über Anbau entschieden wird.

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Anbauen ist einfacher als UmdenkenRückseiten und Vorderseiten sind vertauschtFlächen ohne Ertragsrechnung
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Klärt, welches Konzept das Haus heute trägt — damit der Grundriss einem Ziel folgt, nicht der Geschichte.

Zugeordnet zu Ursachenfeld
Der Grundriss ist älter als das Konzept
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Ursachenfelder — und wie man sie auseinanderhält

Ineffiziente Flächen sind meist alte Antworten auf Fragen, die sich geändert haben. Der Grundriss war einmal richtig. Die Frage ist, was das Haus heute braucht — und was das Gebäude hergibt.

Diese Felder sind vollständig, und viele Häuser kommen damit allein weiter — dafür ist die Seite da. Was es kostet, steht nur nicht auf einer Rechnung: interne Stunden, ein paar Anläufe, und eine Saison, die währenddessen weiterläuft.

01

Der Grundriss ist älter als das Konzept

Woran du sie erkennst

Das Haus wurde für achtzig Halbpensionsgäste gebaut, die alle zur selben Zeit im selben Saal aßen. Heute gibt es weniger Gäste, größere Zimmer, ein Spa und ein Restaurant à la carte. Der Speisesaal ist noch da.

Der Weg raus

Vom heutigen Konzept aus zurückrechnen: welche Flächen braucht das Haus in welcher Größe, welche hat es. Die Differenz ist die Aufgabe — und meist steckt sie im Bestand, nicht im Anbau.

02

Anbauen ist einfacher als Umdenken

Woran du sie erkennst

Fehlt Platz, wird angebaut. Der neue Trakt löst das Problem für zehn Jahre, das alte Gebäude bleibt, wie es war. Nach drei Anbauten ist das Haus doppelt so groß und genauso eng.

Der Weg raus

Vor jeder Erweiterung den Bestand befragen: was lässt sich umnutzen, zusammenlegen, verschieben. Ein Umbau im Bestand ist oft günstiger als ein Anbau — und macht das Haus besser statt größer.

03

Flächen ohne Ertragsrechnung

Woran du sie erkennst

Der Seminarraum ist Prestige, das Lager Notwendigkeit, die Lobby Tradition. Was jeder Quadratmeter bringt oder kostet, hat niemand gerechnet. Also wird nach Gewohnheit verteilt.

Der Weg raus

Eine einfache Flächenbilanz: Bereich, Größe, Nutzung im Jahr, Umsatz oder Zweck. Sie zeigt, welche Flächen tragen, welche schlafen — und wo ein Tausch das Haus verändert.

04

Rückseiten und Vorderseiten sind vertauscht

Woran du sie erkennst

Das Büro hat den Blick auf den Berg, die Lobby schaut auf den Parkplatz. Die Wäscherei liegt neben dem Frühstücksraum, die Skiräume am anderen Ende. Historisch gewachsen, heute im Weg.

Der Weg raus

Gastflächen dorthin, wo Licht, Aussicht und Wege sind. Betriebsflächen dorthin, wo sie kurze Wege haben und nicht stören. Das klingt einfach — im Bestand ist es die eigentliche Planungsleistung.

Häufige Fragen

Wie finden wir heraus, ob wir anbauen oder umbauen sollen?
Mit einer Flächenbilanz und einem Blick auf das Gebäude. Die Diagnose klärt, wie viel vom Bedarf im Bestand lösbar ist — bevor ein Anbau geplant wird, der das Problem nur verschiebt.
Geht eine Umnutzung im laufenden Betrieb?
Meist ja, in Abschnitten und Zwischensaisonen. Entscheidend ist, dass die Etappen so geschnitten sind, dass Gastbereiche nie gleichzeitig betroffen sind.
Was ist mit Räumen, die wir nur selten brauchen?
Entweder sie bekommen eine zweite Nutzung, oder sie werden zu dem, was fehlt. Ein Seminarraum, der zehnmal im Jahr läuft, ist oft die beste Suite im Haus.

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Unsere Flächen sind ineffizient genutzt