Wareneinsatz ist von 28% auf 36% gestiegen

Die Karte ist gleich, die Gäste sind gleich — nur die Marge ist weg

Typisch für: Ferienhotels mit Halbpension · Häuser ohne eigenen F&B-Controller · Betriebe nach einem Küchenchef-Wechsel

Dokumentiert von Hospis

Stand: 25. August 2026

Woran du es erkennst

  • Die Wareneinsatzquote steht einmal im Monat auf einem Zettel — und ist dann jedes Mal eine Überraschung
  • Lieferantenpreise sind gestiegen, Verkaufspreise seit zwei Jahren nicht
  • Portionsgrößen hängen davon ab, wer gerade am Pass steht
  • Am Buffet und im Bankett wird kalkuliert wie à la carte — oder gar nicht
  • Der Küchenchef bestellt, was er braucht; niemand sieht, was liegen bleibt oder weggeworfen wird
  • Der Wareneinsatz gibt es nur für das ganze Haus, nicht für Küche, Bar, Frühstück und Bankett getrennt

Passende Hospis

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Valentin Walch

MAJOVA — F&B · Wein · Menu Architecture, Lech am Arlberg
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Gerhard F. Salmutter

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01

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02

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Ursachenfelder — und wie man sie auseinanderhält

Ein Wareneinsatz steigt selten aus einem Grund. Meistens laufen drei, vier kleine Lecks gleichzeitig — und keines davon steht in der Monatsauswertung.

Diese Felder sind vollständig, und viele Häuser kommen damit allein weiter — dafür ist die Seite da. Was es kostet, steht nur nicht auf einer Rechnung: interne Stunden, ein paar Anläufe, und eine Saison, die währenddessen weiterläuft.

01

Die Karte wurde nie nachkalkuliert

Woran du sie erkennst

Rezepturen sind vor Jahren einmal kalkuliert worden. Seither sind Einstandspreise gestiegen, die Verkaufspreise nicht — oder nur pauschal um "ein paar Euro". Niemand weiß, welches Gericht heute noch Marge bringt und welches sie frisst.

Der Weg raus

Jedes Gericht einmal frisch durchkalkulieren, mit aktuellen Einkaufspreisen und realen Portionen. Dann die Karte umbauen: Renner mit guter Marge nach vorne, Margenkiller raus oder neu bepreist. Das ist eine Woche Arbeit, keine Strategie.

02

Portionen und Rezepturen sind nicht fixiert

Woran du sie erkennst

Dieselbe Speise wiegt je nach Koch und Tageszeit spürbar anders. Es gibt keine Rezepturkarte mit Mengen, oder sie liegt in der Schublade. Der Wareneinsatz schwankt mit dem Dienstplan.

Der Weg raus

Rezepturen mit Gramm und Ausbeute schriftlich fixieren, Portionierhilfen einsetzen, neue Köche darauf einarbeiten. Nicht als Kontrolle des Chefs, sondern damit die Küche bei jeder Besetzung dasselbe liefert.

03

Einkauf und Lager laufen ohne Steuerung

Woran du sie erkennst

Bestellt wird nach Gefühl und Gewohnheit, Lieferanten werden seit Jahren nicht verglichen, Lagerbestand und Verderb werden nicht erfasst. Was weggeworfen wird, taucht nirgends als Zahl auf.

Der Weg raus

Bestellrhythmus und Mindestbestände festlegen, Verderb und Abschreibungen konsequent erfassen, die drei größten Warengruppen einmal im Jahr ausschreiben. Der Wareneinsatz sinkt oft schon dadurch, dass jemand hinschaut.

04

Die Zahl kommt zu spät und zu grob

Woran du sie erkennst

Der Wareneinsatz wird monatlich aus Buchhaltung und Inventur ermittelt, nach Sparten getrennt gibt es ihn nicht. Bis die Zahl da ist, ist der Monat vorbei — und die Ursache nicht mehr auffindbar.

Der Weg raus

Wareneinsatz wöchentlich rechnen, getrennt nach Küche, Bar, Frühstück und Bankett. Erst wenn die Zahl schnell und fein genug ist, kann die Küche überhaupt reagieren.

Häufige Fragen

Muss ich dafür die Karte verteuern?
Nicht zwingend. Oft reicht es, Portionen zu fixieren, Verderb zu erfassen und drei Margenkiller zu ersetzen. Preiserhöhungen sind das letzte Werkzeug, nicht das erste.
Brauche ich ein Warenwirtschaftssystem?
Erst die Rezepturen und den Rechenrhythmus. Ein System ohne fixierte Rezepturen rechnet nur schneller falsch.
Wie schnell sieht man einen Effekt?
Rezeptur- und Kartenmaßnahmen wirken ab dem nächsten Bestellzyklus. Eine belastbare Aussage über die Quote braucht mindestens einen ganzen Monat mit sauberer Inventur.

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Wareneinsatz ist von 28% auf 36% gestiegen